Paraguay hat seinen gesetzlichen Mindestlohn erhöht. Seit dem 1. Juli 2026 liegt der monatliche Mindestlohn bei 3.044.000 Guaraní, ein Plus von 5 Prozent. Grundlage ist das Decreto des Poder Ejecutivo Nr. 6225/2026 vom 17. Juni 2026. Der Nationale Mindestlohnrat (CONASAM) hatte sich zuvor nicht auf einen Vorschlag geeinigt; die Regierung setzte 5 Prozent fest, gut das Doppelte der Inflation von 2,4 Prozent. Zum Referenzkurs von Ende September 2026 (1 Euro ≈ 6.640 Guaraní) sind das rund 460 Euro im Monat. Für Auswanderer ist die Zahl vor allem ein Maßstab für die lokalen Lohn- und Lebenshaltungskosten.

Der neue Mindestlohn in Paraguay im Detail
Die Zahlen stammen aus dem Decreto Nr. 6225/2026. Der Monatsmindestlohn für nicht gesondert geregelte Tätigkeiten steigt um 5 Prozent auf 3.044.000 Guaraní. Der gesetzliche Tageslohn (jornal mínimo) liegt bei 117.077 Guaraní, zum selben Kurs rund 18 Euro. Die Anpassung ersetzt die im Decreto Nr. 4122 vom Juni 2025 festgelegten Werte. Rechtsgrundlage ist Artikel 255 des paraguayischen Arbeitsgesetzbuchs. Am 8. Juli 2026 veröffentlichte die Presse zudem die neuen Mindestlöhne aufgeschlüsselt nach Branchen.
Warum der Mindestlohn auch Behördengebühren beeinflusst
In Paraguay sind viele amtliche Gebühren an den Mindestlohn gekoppelt. Steigt er, ziehen die Verwaltungsgebühren automatisch nach. So hob die Migrationsbehörde zum 1. Juli 2026 ihre Sätze um 5 Prozent an. Wer den Residenzprozess plant, findet die Details in unserer Meldung zu den neuen Migraciones-Gebühren. Der Mindestlohn wirkt damit indirekt auch auf die Kosten von Residenz, Cédula und weiteren Dokumenten.
Was der Mindestlohn für Auswanderer bedeutet
Für deutschsprachige Auswanderer ist die Höhe des Mindestlohns eine gute Orientierung. Mit rund 460 Euro im Monat liegt er weit unter dem europäischen Niveau. Das erklärt, warum Dienstleistungen in Paraguay so günstig sind. Eine stundenweise Haushaltshilfe kostet oft 80 bis 120 Euro im Monat; wer jemanden in Vollzeit anstellt, zahlt seit 2019 mindestens den vollen Mindestlohn plus Sozialversicherung. Was Angestellte verdienen und welche Regeln gelten, steht in unserem Ratgeber Arbeiten in Paraguay. Wer sein Einkommen in Euro oder Dollar bezieht, hat damit eine hohe Kaufkraft, wie unser Überblick zu den Lebenshaltungskosten in Paraguay zeigt.
Wichtig ist die Kehrseite. Wer in Paraguay selbst jemanden anstellt, etwa im eigenen Unternehmen oder als Haushaltshilfe, muss mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zahlen. Der moderate Anstieg von 5 Prozent liegt gut doppelt so hoch wie die Inflation, bleibt aber überschaubar. Unterm Strich bleibt Paraguay eines der günstigsten Länder der Region.
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Häufige Fragen zum Mindestlohn in Paraguay
Wie hoch ist der Mindestlohn in Paraguay 2026?
Seit dem 1. Juli 2026 liegt der monatliche Mindestlohn bei 3.044.000 Guaraní, zum Kurs von Ende September 2026 rund 460 Euro. Der gesetzliche Tageslohn (jornal) beträgt 117.077 Guaraní. Die Werte stammen aus dem Decreto Nr. 6225/2026.
Um wie viel Prozent stieg Paraguays Mindestlohn im Juli 2026?
Um 5 Prozent gegenüber den zuvor im Decreto Nr. 4122 von 2025 festgelegten Werten. Die Erhöhung gilt seit dem 1. Juli 2026. Der Mindestlohnrat CONASAM hatte sich nicht geeinigt, die Regierung setzte den Wert per Dekret fest.
Was bedeutet der paraguayische Mindestlohn für Auswanderer?
Er ist ein Maßstab für die lokalen Lohn- und Lebenshaltungskosten. Mit rund 460 Euro im Monat bleiben Dienstleistungen und Personal günstig. Wer in Paraguay jemanden anstellt, muss aber mindestens diesen Lohn zahlen.
Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Rechts-, Steuer- oder Arbeitsrechtsberatung. Löhne, Gebühren und Wechselkurse ändern sich laufend. Prüfen Sie aktuelle Werte bei den offiziellen Stellen.
Quellen

Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay
Begleitet mit seinem Team vor Ort in Asunción deutschsprachige Einwanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und Firmengründung in Paraguay.





