Paraguays Steuerbehörde DNIT will den Steuermix des Landes umbauen. Wie die Dirección Nacional de Ingresos Tributarios Anfang Juli 2026 bekräftigte, soll der Anteil der direkten Einkommensteuern an den Gesamteinnahmen steigen, während die Konsumsteuern an Gewicht verlieren. Heute stammen rund 70 Prozent der Einnahmen aus indirekten Steuern und nur etwa 30 Prozent aus direkten. Für Auswanderer ist die entscheidende Frage, ob das etwas am steuerfreien Auslandseinkommen ändert. Die kurze Antwort lautet nein.

Was die DNIT plant
Die DNIT will das Verhältnis von direkten zu indirekten Steuern schrittweise verschieben. Direkte Steuern sind vor allem die Unternehmensteuer IRE, die Personeneinkommensteuer IRP und die Dividendensteuer IDU. Indirekte Steuern sind die Mehrwertsteuer IVA und die selektive Verbrauchsteuer ISC. Aktuell liegt das Verhältnis bei rund 70 zu 30 zugunsten der indirekten Steuern. Braulio Ferreira, Geschäftsführer der DNIT, begründet den Kurs damit, dass direkte Steuern als gerechter gelten, weil sie an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit anknüpfen. Rechtlicher Rahmen ist die Steuerreform Ley 6380/2019, die frühere Steuerarten wie Iracis und Iragro abgelöst hat (Quelle: La Nación).
Konkrete neue Sätze oder ein fester Zeitplan wurden nicht genannt. Es handelt sich zunächst um eine Richtungsansage, keine beschlossene Steuererhöhung.
Die Steuerarten in Paraguay kurz erklärt
Die Personeneinkommensteuer IRP besteuert höhere Einkommen progressiv mit 8, 9 und 10 Prozent sowie bestimmte Kapitalgewinne mit bis zu 8 Prozent. Die Unternehmensteuer IRE liegt bei 10 Prozent. Entscheidend ist dabei das Territorialprinzip: Besteuert wird nur, was aus paraguayischer Quelle stammt. Der geplante Umbau betrifft also das Verhältnis der Steuerarten zueinander und die Frage, wie stark Paraguay künftig auf Einkommen statt auf Konsum setzt, nicht die Reichweite des Territorialprinzips.
Warum Paraguay umsteuert
Hinter dem Kurs steht mehr als eine Gerechtigkeitsdebatte. Die Einnahmen der DNIT wuchsen zuletzt nur schwach, auch weil der starke Guaraní den Guaraní-Gegenwert dollarbasierter Zolleinnahmen drückt (mehr dazu in unserer Meldung zum starken Guaraní). Eine breitere, stärker auf Einkommen gestützte Basis soll die Einnahmen verlässlicher machen. Der Umbau reiht sich in die schrittweise Modernisierung seit der Steuerreform 2019 ein.
Was das für Auswanderer bedeutet
Für Auswanderer mit ausländischen Einkünften ändert sich durch diese Ankündigung nichts. Paraguay besteuert nach dem Territorialprinzip, ausländische Einkünfte bleiben bei tatsächlicher Steueransässigkeit im Grundsatz mit 0 Prozent unbesteuert. Der geplante Umbau betrifft die Binnensteuern und Einkünfte aus paraguayischer Quelle.
Relevant wird das Thema für alle, die in Paraguay selbst eine Quelle haben, etwa mit einer lokalen Firma oder mit Arbeit, die physisch vor Ort erbracht wird. Wer so eine paraguayische Quelle hat, sollte damit rechnen, dass die Einkommensteuern IRP und IRE künftig stärker betont und konsequenter durchgesetzt werden. Eine saubere Struktur ist dann umso wichtiger. Einen Überblick gibt unser Leitfaden zu Steuern für Online-Unternehmer.
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Häufige Fragen zur Steuerpolitik der DNIT
Ändert der DNIT-Umbau etwas am steuerfreien Auslandseinkommen?
Nein. Das Territorialprinzip bleibt unberührt. Ausländische Einkünfte bleiben bei tatsächlicher Steueransässigkeit in Paraguay im Grundsatz steuerfrei. Der Umbau betrifft das Verhältnis von direkten zu indirekten Steuern im Inland.
Wie hoch ist die Einkommensteuer in Paraguay?
Die Personeneinkommensteuer IRP besteuert höhere Einkommen progressiv mit 8, 9 und 10 Prozent, bestimmte Kapitalgewinne mit bis zu 8 Prozent. Die Unternehmensteuer IRE liegt bei 10 Prozent. Besteuert werden nur paraguayische Quellen.
Kommt jetzt eine Steuererhöhung in Paraguay?
Die DNIT hat eine Richtung genannt, mehr Gewicht auf Einkommensteuern, aber keine konkreten neuen Sätze oder einen Zeitplan. Es ist also keine beschlossene Erhöhung, sondern eine strategische Ansage.
Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Steuerregeln und ihre Auslegung können sich ändern. Lassen Sie Ihre persönliche Situation von qualifizierten Fachleuten prüfen.
Quellen

Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater
Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.





