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Paraguay führt offenen Luftraum Südamerikas an: Abkommen ALAS
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Paraguay führt offenen Luftraum Südamerikas an: Abkommen ALAS

Paraguay unterzeichnet mit Argentinien, Brasilien und Chile das Abkommen ALAS für einen offenen südamerikanischen Luftraum und führt die Umsetzung an.

Yannick SchrothYannick Schroth
5 Min. Lesezeit

Paraguay hat am 14. Juli 2026 im Regierungspalast in Asunción zwei Luftverkehrsabkommen unterzeichnet und übernimmt damit eine Führungsrolle bei der Öffnung des südamerikanischen Luftraums. Kern ist das Memorandum ALAS, das Paraguay gemeinsam mit Argentinien, Brasilien und Chile schloss. Es soll nach dem Vorbild des einheitlichen europäischen Luftraums einen offenen, regionalen Flugmarkt schaffen. Für ein Binnenland, das viele Auswanderer bislang als schwer erreichbar empfinden, ist bessere Fluganbindung ein handfestes Standort-Thema.

Regierungspalast in Asunción, Ort der Unterzeichnung der Luftverkehrsabkommen

Zwei Abkommen an einem Tag

Unterzeichnet wurden zwei Memoranden. Das erste ist ALAS (Acuerdo de Liberalización Aérea Sudamericana para el Desarrollo del Cielo Único Sudamericano), das mit Argentinien, Brasilien und Chile einen regionalen, schrittweise liberalisierten Flugmarkt mit harmonisierten Regeln aufbauen soll.

Das zweite ist ein bilaterales Memorandum zwischen Paraguay und Brasilien zur Modernisierung des Luftverkehrsabkommens beider Länder. Es führt ein System offener Routen (Open Routes) ein und erweitert die Betriebsrechte der Fluggesellschaften, unter anderem um die siebte Freiheit der Luft für Passagier- und Frachtverkehr.

Was die siebte Freiheit der Luft bedeutet

Die siebte Freiheit erlaubt einer Fluggesellschaft, Linienflüge vollständig außerhalb ihres Heimatlandes zu betreiben, also zwischen zwei anderen Staaten ohne Start oder Ziel im eigenen Land. Laut den Vereinbarungen könnte eine paraguayische Airline wie Paranair damit zum Beispiel einen Direktflug zwischen Rio de Janeiro und Buenos Aires anbieten oder Bariloche mit São Paulo verbinden. Das war bisher nicht möglich.

Mittelfristig zielen die Beteiligten auf die neunte Freiheit, also vollständige Kabotage, bei der ausländische Airlines auch Inlandsstrecken bedienen dürfen. Die Umsetzung führt eine Exekutivkommission unter Leitung Paraguays über die Luftfahrtbehörde Dinac. Bewusst wurde auf einen zusätzlichen bürokratischen Überbau verzichtet.

Stimmen zur Unterzeichnung

Für Paraguay unterzeichnete Nelson Mendoza, Präsident der Dirección Nacional de Aeronáutica Civil (Dinac). Auf brasilianischer Seite waren Tomé Barros Monteiro da Franca, Minister für Häfen und Flughäfen, sowie Tourismusminister Gustavo Costa Feliciano beteiligt, für Argentinien der Untersekretär für Luftverkehr, Hernán Gómez.

Feliciano begrüßte das Abkommen und betonte, Tourismus sei ein sozialer Motor, der Beschäftigung und Wohlstand schaffe. Die Vereinbarung bringe mehr Flüge, höhere Frequenzen, zusätzliche Ziele und bessere Tarife. Am 15. Juli erläuterte der Dinac-Chef den Umfang des Abkommens und hob die Wachstumsperspektiven für die Region hervor.

Was bedeutet das für deutsche Auswanderer?

Wichtig zur Einordnung: Das Abkommen betrifft Südamerika, nicht Direktflüge zwischen Europa und Paraguay. Wer aus Deutschland nach Asunción reist, tut das weiterhin über ein Drehkreuz wie São Paulo, Buenos Aires oder Madrid. Kurzfristig ändert sich an der interkontinentalen Verbindung nichts.

Der praktische Nutzen liegt in der zweiten Etappe. Mehr Wettbewerb, dichtere Frequenzen und tendenziell günstigere Tarife auf den regionalen Strecken machen die Weiterreise ab den großen Nachbar-Drehkreuzen einfacher und oft billiger. Zugleich positioniert sich Paraguay bewusst als regionaler Luftfahrt-Knoten. Für einen häufig genannten Nachteil beim Auswandern, die Abgelegenheit und die Reisekosten in die Heimat, ist das eine Entwicklung in die richtige Richtung, auch wenn sie Zeit braucht. Wie sich das Land infrastrukturell öffnet, zeigt auch unsere Meldung zur bioceanischen Brücke nach Brasilien. Am steuerlichen Kern der Auswanderung ändert der Luftverkehr nichts: Auslandseinkommen bleibt bei paraguayischer Steueransässigkeit über das Territorialprinzip unbesteuert. Die grundsätzlichen Schritte fasst unser Leitfaden zum Auswandern nach Paraguay zusammen.

Häufige Fragen

Bekomme ich dadurch Direktflüge von Deutschland nach Paraguay?

Nein. ALAS und das bilaterale Abkommen mit Brasilien öffnen den Luftverkehr innerhalb Südamerikas. Interkontinentale Direktverbindungen nach Europa sind nicht Gegenstand der Abkommen. Der Nutzen für Reisen aus Deutschland ergibt sich indirekt über günstigere und häufigere Anschlüsse ab den regionalen Drehkreuzen.

Ab wann gilt das?

Die Memoranden wurden am 14. Juli 2026 unterzeichnet. Die konkrete Umsetzung steuert eine Exekutivkommission unter Leitung der paraguayischen Dinac. Der Prozess ist schrittweise angelegt, von der siebten Freiheit im bilateralen Abkommen bis zum mittelfristigen Ziel der vollständigen Kabotage. Ein fixes Startdatum für neue Verbindungen nennen die Vereinbarungen nicht.

Was ist die siebte Freiheit der Luft?

Das Recht einer Fluggesellschaft, Linienflüge komplett außerhalb ihres Heimatlandes zu betreiben, also zwischen zwei anderen Staaten, ohne im eigenen Land zu starten oder zu landen. Sie erlaubt neue Verbindungen, die zuvor durch bilaterale Beschränkungen ausgeschlossen waren.

Quellen

Dieser Artikel ist eine allgemeine, journalistische Information und keine Steuer-, Rechts- oder Reiseberatung. Abkommen dieser Art werden schrittweise umgesetzt, Details können sich ändern. Für Ihre persönliche Situation konsultieren Sie bitte eine qualifizierte Fachperson.

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Porträt von Yannick Schroth, Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Über den Autor

Yannick Schroth

Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.

Tags:InfrastrukturAktuellWirtschaft

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