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Paraguay öffnet Strommarkt für private Solar-Erzeugung
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Paraguay öffnet Strommarkt für private Solar-Erzeugung

Paraguay erlaubt Haushalten und Betrieben die eigene Solarstrom-Erzeugung samt Einspeisung ins Netz. ANDE nimmt den Überschuss ab. Die Details 2026.

Yannick SchrothYannick Schroth
4 Min. Lesezeit

Paraguay öffnet seinen Energiemarkt für private Erzeugung. Eine neue Regelung erlaubt Haushalten, Betrieben und Industrie, eigene Solaranlagen und Eigenerzeugungssysteme zu installieren und überschüssigen Strom ins nationale Netz einzuspeisen. Bei Anlagen unter einem Megawatt Leistung ist der staatliche Versorger ANDE verpflichtet, den Überschuss abzunehmen. Hintergrund ist ein kräftig steigender Strombedarf: Im ersten Quartal 2026 lag der Verbrauch nach Branchenangaben 17,5 Prozent über dem Vorjahr.

Solaranlage auf einem Dach, Symbol für private Eigenerzeugung in Paraguay
Solaranlage auf einem Dach, Symbol für private Eigenerzeugung in Paraguay

Was die neue Regel erlaubt

Kern der Regelung ist ein Net-Metering-Modell: Wer eine Solaranlage betreibt, rechnet eingespeisten gegen bezogenen Strom auf, die Rechnung spiegelt die Differenz. Für Systeme unter einem Megawatt muss ANDE den produzierten Überschuss kaufen. Damit wird Eigenerzeugung erstmals breit für Privathaushalte und kleinere Betriebe wirtschaftlich interessant, nicht nur für Großverbraucher.

Warum der Strombedarf steigt

Paraguay galt lange als Stromexporteur, vor allem dank der Wasserkraftwerke Itaipú und Yacyretá. Doch der Inlandsverbrauch wächst schnell. ANDE-Präsident Félix Sosa verwies darauf, dass etwa die Chaco-Region längst mehr als nur Viehwirtschaft versorgt: Die agroindustrielle Entwicklung verlangt zuverlässige Energie. Eine erste Ausschreibung zielt nach Branchenangaben auf 140 Megawatt Kapazität für die Region Chaco Central.

Markt für Privatinvestitionen

Mit der Öffnung entsteht Raum für private Investitionen in Erzeugung und Solartechnik, von der Dachanlage bis zu größeren Projekten. Für ein Land, das bislang stark auf zentrale Wasserkraft setzte, ist das ein struktureller Schritt hin zu einem diverseren Energiemix und mehr dezentraler Erzeugung.

Was bedeutet das für deutsche Auswanderer?

Für Auswanderer ist die Reform in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens praktisch: Wer ein Haus baut oder kauft, kann mittelfristig mit Solar-Eigenerzeugung die Stromkosten senken und sich gegen Ausfälle absichern, ein Plus in einem Land mit hoher Sonneneinstrahlung. Zweitens unternehmerisch: Der geöffnete Energiemarkt schafft Investitionschancen. An den steuerlichen Grundlagen ändert sich nichts, es gilt das Territorialprinzip. Wie sich Kosten und Alltag konkret gestalten, zeigen unser Überblick zu den Lebenshaltungskosten und der Leitfaden zur Firmengründung; den Weg zur Niederlassung beschreibt der Residenz-Leitfaden.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Energie-Regelungen und technische Anforderungen können sich ändern und sind im Einzelfall mit ANDE und Fachbetrieben zu klären.

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Porträt von Yannick Schroth, Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Über den Autor

Yannick Schroth

Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.

Tags:WirtschaftAktuellInfrastruktur

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