Paraguay öffnet seinen Energiemarkt für private Erzeugung. Eine neue Regelung erlaubt Haushalten, Betrieben und Industrie, eigene Solaranlagen und Eigenerzeugungssysteme zu installieren und überschüssigen Strom ins nationale Netz einzuspeisen. Bei Anlagen unter einem Megawatt Leistung ist der staatliche Versorger ANDE verpflichtet, den Überschuss abzunehmen. Hintergrund ist ein kräftig steigender Strombedarf: Im ersten Quartal 2026 lag der Verbrauch nach Branchenangaben 17,5 Prozent über dem Vorjahr.

Was die neue Regel erlaubt
Kern der Regelung ist ein Net-Metering-Modell: Wer eine Solaranlage betreibt, rechnet eingespeisten gegen bezogenen Strom auf, die Rechnung spiegelt die Differenz. Für Systeme unter einem Megawatt muss ANDE den produzierten Überschuss kaufen. Damit wird Eigenerzeugung erstmals breit für Privathaushalte und kleinere Betriebe wirtschaftlich interessant, nicht nur für Großverbraucher.
Warum der Strombedarf steigt
Paraguay galt lange als Stromexporteur, vor allem dank der Wasserkraftwerke Itaipú und Yacyretá. Doch der Inlandsverbrauch wächst schnell. Der frühere ANDE-Präsident Félix Sosa verwies darauf, dass etwa die Chaco-Region längst mehr als nur Viehwirtschaft versorgt: Die agroindustrielle Entwicklung verlangt zuverlässige Energie. Eine erste Ausschreibung zielt nach Branchenangaben auf 140 Megawatt Kapazität für die Region Chaco Central.
Markt für Privatinvestitionen
Mit der Öffnung entsteht Raum für private Investitionen in Erzeugung und Solartechnik, von der Dachanlage bis zu größeren Projekten. Für ein Land, das bislang stark auf zentrale Wasserkraft setzte, ist das ein struktureller Schritt hin zu einem diverseren Energiemix und mehr dezentraler Erzeugung.
Was die Solar-Öffnung für deutsche Auswanderer mit eigenem Haus bedeutet
Für Auswanderer ist die Reform vor allem praktisch relevant: Wer ein Haus baut oder kauft, kann mittelfristig mit Solar-Eigenerzeugung die Stromkosten senken und sich gegen Ausfälle absichern, ein Plus in einem Land mit hoher Sonneneinstrahlung. An den steuerlichen Grundlagen ändert sich nichts, es gilt das Territorialprinzip. Wie sich Kosten und Alltag konkret gestalten, zeigen unser Überblick zu den Lebenshaltungskosten und der Leitfaden zur Firmengründung; den Weg zur Niederlassung beschreibt der Residenz-Leitfaden.
Quellen
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Energie-Regelungen und technische Anforderungen können sich ändern und sind im Einzelfall mit ANDE und Fachbetrieben zu klären.
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Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay
Begleitet mit seinem Team vor Ort in Asunción deutschsprachige Einwanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und Firmengründung in Paraguay.




