Der Zuzug nach Paraguay boomt, und genau jetzt ändern sich die Regeln. Zwischen Juli 2025 und Mai 2026 erteilte das Land 54.946 Residenzen an Ausländer, die Zahl der Anträge stieg 2026 um rund 69 Prozent. Seit dem 6. Juli 2026 gelten zugleich neue, einheitlichere Nachweise für die permanente Residenz. Für Auswanderer bleibt der Weg offen, die Anforderungen werden aber klarer geregelt.

Rekord beim Zuzug: die Zahlen
Die Zahlen stammen aus dem Rechenschaftsbericht von Präsident Santiago Peña. Zwischen Juli 2025 und Mai 2026 erteilte Paraguay 54.946 Residenzen an Ausländer, davon 42.929 temporäre und 12.017 permanente. Allein 2026 gingen bis Mai 27.809 Anträge ein, ein Plus von rund 69 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders viele Anträge kamen von Brasilianern. Wie stark der Trend schon 2025 war, zeigt unsere Meldung zu den Residenz-Rekordzahlen 2025 (Quelle: La Nación).
Was sich ab dem 6. Juli ändert
Zeitgleich mit dem Rekordzulauf greifen neue Regeln. Seit dem 6. Juli 2026 müssen Antragsteller ihre wirtschaftliche Solvenz für die permanente Residenz nach der Resolución DNM Nr. 407/2026 nachweisen. Die Behörde vereinheitlicht damit die Kriterien für die Ley 6984/2022 und das Mercosur-Abkommen. Sie definiert zwölf Kategorien, von Freiberuflern über Teleworker und digitale Nomaden bis zu Rentnern. Welche Nachweise im Einzelfall gelten, hängt von der gewählten Kategorie ab. Die Details erklärt unsere Meldung zum neuen Solvenznachweis.
Warum so viele nach Paraguay ziehen
Hinter dem Zulauf stehen handfeste Gründe. Paraguay besteuert nach dem Territorialprinzip, ausländische Einkünfte bleiben bei tatsächlicher Steueransässigkeit im Grundsatz mit 0 Prozent unbesteuert. Dazu kommen niedrige Lebenshaltungskosten, eine wachsende Wirtschaft mit Investment-Grade-Rating und ein vergleichsweise unkompliziertes Residenz-Verfahren. Diese Kombination zieht Selbstständige, Unternehmer und Rentner an. Den gesamten Ablauf beschreibt unser Komplettleitfaden zum Auswandern.
Was das für Auswanderer bedeutet
Für Auswanderer sind zwei Dinge wichtig. Erstens zeigt der Rekord, dass das Verfahren funktioniert und Paraguay ein gefragtes Ziel bleibt. Zweitens sollten alle, die die permanente Residenz anstreben, ihre Solvenznachweise ab sofort nach der passenden der zwölf Kategorien vorbereiten, denn unvollständige Anträge kosten Zeit. Wer gerade mitten im Verfahren steckt, sollte prüfen, ob der Antrag noch unter den alten oder bereits unter den neuen Regeln läuft. Wie der Weg von der temporären zur permanenten Residenz abläuft, zeigt unser Residenz-Leitfaden.
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Häufige Fragen zur Residenz in Paraguay
Wie viele Ausländer haben zuletzt eine Residenz in Paraguay erhalten?
Zwischen Juli 2025 und Mai 2026 waren es 54.946 Residenzen, davon 42.929 temporäre und 12.017 permanente. Die Zahl der Anträge stieg 2026 um rund 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Was ändert sich ab dem 6. Juli 2026 bei der permanenten Residenz?
Seit dem 6. Juli 2026 gilt die Resolución 407/2026. Sie vereinheitlicht die Solvenznachweise für die permanente Residenz und definiert zwölf Kategorien mit jeweils eigenen Anforderungen.
Gelten die neuen Regeln auch für die temporäre Residenz?
Die Resolución 407/2026 betrifft die permanente Residenz. Der übliche Weg führt zunächst über die temporäre Residenz und später über den Wechsel in die permanente.
Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeine Information, keine Rechts- oder Migrationsberatung. Anforderungen und Fristen können sich ändern. Prüfen Sie den aktuellen Stand bei der Dirección Nacional de Migraciones und lassen Sie Ihren Fall individuell prüfen.
Quellen

Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater
Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.





