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Paraguay: Milliarden für KI-Rechenzentren dank Itaipú-Strom

Foto: „Downtown Asuncion 1188 filtered“ von Cmasi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, bearbeitet (zugeschnitten und skaliert)

Leben & Alltag

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Paraguay: Milliarden für KI-Rechenzentren dank Itaipú-Strom

Paraguays billige Wasserkraft zieht KI-Rechenzentren an: X8 Cloud plant bis zu 50 Milliarden US-Dollar. Das befeuert die Debatte um den Energieüberschuss.

Yannick SchrothYannick Schroth
5 Min. Lesezeit

Paraguays größter Standortvorteil ist billiger, sauberer Strom, und der zieht jetzt die Rechenzentren-Branche an. Das US-Unternehmen X8 Cloud will in Paraguay das nach eigenen Angaben größte KI-Rechenzentrum Südamerikas bauen und dafür über 30 Jahre zwischen 10 und 50 Milliarden US-Dollar investieren, gespeist aus dem Wasserkraftwerk Itaipú. Angekündigt wurde das Projekt Ende 2025, der Baubeginn ist für 2026 geplant, offene Genehmigungen inklusive.

Sinnbild für ausländische Investitionen in Paraguay

Foto: „Downtown Asuncion 1188 filtered“ von Cmasi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, bearbeitet (zugeschnitten und skaliert)

Was X8 Cloud plant

Nach Angaben von CEO Juan Carlos Dueñas läuft das Projekt in zwei Phasen. Phase I (2025 bis 2026) umfasst rund 250 Millionen US-Dollar für 6 Megawatt Leistung und mehr als 4.000 GPUs auf dem Niveau der Nvidia H100. In Phase II soll die Kapazität auf 250 Megawatt und über 165.000 GPUs wachsen, mit Investitionen bis zu 10 Milliarden US-Dollar. Die gelegentlich genannten 5 Gigawatt sind kein Ziel für den Standort in Paraguay, sondern eine konzernweite Langfristambition, die eine Ausweitung nach Brasilien und Argentinien einschließt. Versorgt werden soll die Anlage nahezu vollständig aus Wasserkraft, vor allem aus Itaipú (gemeinsam mit Brasilien) und Yacyretá (gemeinsam mit Argentinien).

Der Grund für die Standortwahl ist eindeutig: Paraguay erzeugt fast seinen gesamten Strom aus Wasserkraft, im Überschuss und zu niedrigen Kosten. Für stromhungrige KI-Rechenzentren ist genau das der entscheidende Faktor.

Die Kehrseite: reicht der Überschuss?

Das Projekt ist nicht unumstritten. Kritiker, darunter die frühere Senatorin Desirée Masi, bezweifeln seit der Ankündigung die Machbarkeit der Energiezusage: Die für das Rechenzentrum vorgesehene Itaipú-Energie übersteige den aktuell verfügbaren Überschuss. Zur Einordnung: Itaipú erzeugt rund 14 Gigawatt, davon steht Paraguay etwa die Hälfte zu, und ein großer Teil davon ist bereits gebunden. Weitere Fragen betreffen das noch junge Unternehmen sowie die geplante Anwendung von US-Datenschutzrecht auf paraguayischem Boden.

Genau hier trifft sich die Debatte mit der Warnung der Regierung: Paraguay steht laut Wirtschaftsminister Javier Giménez in einer entscheidenden Phase, weil der Stromüberschuss ohne neue Erzeugung bis 2030 aufgebraucht sein könnte (siehe unseren Bericht zur Energiezukunft). Riesenverbraucher wie KI-Rechenzentren machen diese Frage nur dringlicher.

Was die Rechenzentrums-Pläne für Auswanderer und Investoren bedeuten

Für Privatpersonen ändert ein einzelnes Rechenzentrum nichts. Als Signal ist der Trend aber stark: Internationale Investoren wählen Paraguay wegen billiger, sauberer Energie und stabiler Rahmenbedingungen, und das Land positioniert sich als regionaler Technologie- und Energie-Hub. Grundlagen zum Rechtsrahmen für Investitionen stehen im Leitfaden zum Investieren in Paraguay und im Leitfaden für Unternehmer.

Ehrlich eingeordnet: Milliarden-Ankündigungen über 30 Jahre sind noch keine gebauten Anlagen, und offene Genehmigungen sowie die Energie-Frage sind real. Zudem haben sich die angekündigten (MoU-)Zahlen seit Dezember 2025 verschoben, sodass spätere Meldungen abweichende Investitions- und Megawatt-Angaben nennen. Am steuerlichen Kern für Privatpersonen ändert das nichts. Maßgeblich bleibt Ihre tatsächliche Steueransässigkeit in Paraguay.

Häufige Fragen

Wie viel will X8 Cloud in Paraguay investieren?

Nach eigenen Angaben zwischen 10 und 50 Milliarden US-Dollar über 30 Jahre. Die erste Phase umfasst rund 250 Millionen US-Dollar, die zweite bis zu 10 Milliarden. Das sind angekündigte Zahlen, keine abgeschlossenen Investitionen.

Warum wählen Rechenzentren Paraguay?

Wegen des billigen, nahezu vollständig aus Wasserkraft erzeugten Stroms und des Überschusses aus Itaipú und Yacyretá. Für energieintensive KI-Anwendungen ist das der zentrale Standortfaktor.

Quellen: DatacenterDynamics, TeleSemana (Ankündigung Dezember 2025), Última Hora, La Política Online (Kritik und Energie-Debatte), Aussagen von X8-CEO Juan Carlos Dueñas. Stand: 15. Juli 2026.

Hinweis: Die Meldung gibt den Stand vom 15. Juli 2026 wieder. Sie ist keine Rechts- oder Steuerberatung, und angekündigte Investitionen und Genehmigungen können sich ändern.

Sie arbeiten in der Tech-Branche und denken über Paraguay nach? Ihren Antrag auf Residenz und Cédula begleiten wir. Die steuerliche Einordnung Ihrer Tätigkeit übernimmt ein Steuerberater Ihrer Wahl. Schreiben Sie uns.

Porträt von Yannick Schroth, Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay

Über den Autor

Yannick Schroth

Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay

Begleitet mit seinem Team vor Ort in Asunción deutschsprachige Einwanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und Firmengründung in Paraguay.

Tags:WirtschaftAktuellInvestment

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