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Gründer in Asunción, Teil 1: Sam Goetz von Fluido
Leben & Alltag

Gründer in Asunción, Teil 1: Sam Goetz von Fluido

Sam Goetz kam als Digitalnomade nach Asunción und gründete die Sprachschule Fluido. Teil 1 der Serie Gründer in Asunción: Anfang, Fehler, Tipps.

Yannick SchrothYannick Schroth
17 Min. Lesezeit

Wer nach Asunción zieht, begegnet früher oder später Menschen, die hier etwas aufgebaut haben: eine Firma, ein Café, eine Schule. Ihre Geschichten zeigen oft besser als jeder Ratgeber, wie das Ankommen in Paraguay wirklich läuft. Mit diesem Interview starten wir deshalb unsere Serie „Gründer in Asunción“. In Teil 1 spricht Sam Goetz, Gründer der Sprachschule Fluido in Villa Morra. Er kam 2025 als Digitalnomade aus den USA, fühlte sich hier zunächst alles andere als zu Hause und eröffnete im Februar 2026 genau die Schule, die er selbst vermisst hatte.

Transparenzhinweis: Fluido gehört zu unserem Partnernetzwerk. Wir empfehlen die Schule, weil wir von ihr überzeugt sind; es gibt weder einen Rabatt über uns noch eine Provision für uns. Sam hat unsere Fragen im September 2026 schriftlich auf Englisch beantwortet, wir haben das Interview so wortgetreu wie möglich ins Deutsche übersetzt.

Sam Goetz im Überblick:

  • ▹Herkunft: New Jersey, USA
  • ▹Vorher: Gründer der Musiksoftware Stemmer, zuletzt in Philadelphia
  • ▹In Paraguay: seit 2025, nach drei Monaten Sprachschule in Peru
  • ▹Gründung: Fluido, Februar 2026, Villa Morra (Asunción)
  • ▹Konzept: Spanisch nur vor Ort, in Gruppen mit höchstens vier Personen

Gründer in Asunción: Wie Sam Goetz nach Paraguay kam

Sie sind in New Jersey aufgewachsen und haben als Digitalnomade ein Softwareunternehmen geführt. Warum ausgerechnet Paraguay? Was wussten Sie über das Land, bevor Sie gelandet sind?

Nach dem College habe ich ein Musiksoftware-Unternehmen namens Stemmer gegründet und bin nach Philadelphia in Pennsylvania gezogen. Das Unternehmen hat nach drei Jahren angefangen, Gewinn zu machen, aber nicht genug, um davon zu leben. Außerdem hatte ich es langsam satt, mit drei Mitbewohnern zusammenzuwohnen. Also habe ich beschlossen, eine Pause vom ständigen Hustle zu machen und im April 2025 auf ein Abenteuer zu gehen.

Fast hätte ich mich für Ostasien entschieden, aber dann wurde es Lateinamerika. Mein Gedanke war: Wenn ich schon auf ein Abenteuer gehe, sollte ich wenigstens an der Kultur und der Sprache teilhaben, und ein bisschen Spanisch konnte ich schon. Zuerst bin ich nach Peru gegangen und hatte eine großartige Zeit. Ich habe mich in Vollzeit an einer Spanischschule von Weltklasse eingeschrieben, die zu meiner Basis wurde.

Es war fantastisch, und ich wurde regelrecht süchtig danach, Spanisch zu lernen. Ich war vier bis sechs Stunden am Tag im Unterricht, habe gelernt und Hausaufgaben gemacht. Aber dann lief mein Dreimonatsvisum ab, und ich musste mir ein anderes Land aussuchen.

Es war ein Ausschlussverfahren. Ich wollte nicht das Gefühl haben, Richtung USA „nach Hause zurückzugehen“, deshalb bin ich nicht nach Norden Richtung Mittelamerika gezogen. Fast hätte ich mich für Kolumbien entschieden, aber das kam mir nicht besonders sicher vor. Argentinien klang etwas teuer. Über Chile hatte ich gehört, dass man dort einen sehr starken Akzent hat, und das hat mich abgeschreckt.

Ein Freund sagte: „Sam, lass uns nach Paraguay gehen. Wäre es nicht cool, irgendwohin zu gehen, wo kaum Touristen hinkommen?“ Ich sagte: „Auf keinen Fall.“ Aber dann wurde mir klar: Es ist sehr sicher, es ist sehr günstig, und auch wenn es nicht viele Sehenswürdigkeiten gibt, dachte ich, dass es vielleicht genau deshalb ein guter Ort wäre, um mich voll reinzuhängen und an meinem Softwareunternehmen zu arbeiten.

Sie haben erzählt, dass Ihre ersten Monate hier schwerer waren als erwartet und dass Sie sich „nicht zu Hause gefühlt“ haben. Was genau war schwierig, und wann hat sich das geändert?

Mir fehlte in Asunción eine feste soziale Routine. Als ich hier gelandet bin, konnte ich kaum glauben, wie ruhig es ist. Überall Bäume, manche wachsen sogar mitten auf der Straße. Wie viele, die aus Lima kommen und um 6 Uhr morgens landen, habe ich den ersten Tag verschlafen. Dann bin ich aufgewacht, und es kam mir vor, als wäre ich mitten in einer Vorstadt (ich wohnte im Gebäude We Villa Morra in Recoleta).

Das war schön, aber nach ein paar Tagen hatte ich zu kämpfen. Ich bin spät in meinem Airbnb aufgewacht, habe in meinem Airbnb gearbeitet, bin Mittagessen gegangen und habe dann wieder in meinem Airbnb gearbeitet. Mehr habe ich nicht gemacht. Mir fehlte die soziale Routine, die mir die Schule in Lima, Peru, auf dem Silbertablett serviert hatte.

Sie haben mehrere Spanischschulen ausprobiert, bevor Sie Ihre eigene gegründet haben. Was hat gefehlt?

Ich wollte mein Spanisch verbessern, aber vor allem brauchte ich einen Ort, an den ich gehöre. Ich brauchte die Verbindlichkeit einer Routine. Ich wollte mich an einer intensiven Spanischschule zu Hause fühlen, so wie in Peru. Ich wollte professionelle Lehrkräfte, Unterricht in kleinen Gruppen und einen strukturierten Lehrplan. Ich wollte morgens aufwachen und mit meinen Mitschülern zur Schule gehen. Ich habe hier drei Schulen ausprobiert, aber dieses Erlebnis habe ich nicht gefunden.

Sie haben bereits Produkte wie Stemmer entwickelt. Ab wann stand fest, dass eine Sprachschule vor Ort das ist, was Sie aufbauen wollen, und was haben die Menschen um Sie herum gesagt?

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich einmal eine Spanischschule in Paraguay eröffne. Meine Spanischlehrer von der Highschool würden das auch nicht glauben! Es war mein schlechtestes Fach. Aber ich war ehrlich gesagt so frustriert von meinem Leben hier. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie viele Expats hierherziehen. Mir wurde klar, dass das wirklich die Chance meines Lebens ist, und weil ich selbst auch der Kunde bin, würde es gut zu mir passen, dieses Unternehmen zu gründen.

Ich bin in die USA zurückgeflogen, um meine Einwanderungsunterlagen zu besorgen. Den Leuten fiel die Kinnlade herunter, wenn sie mich fragten, wie meine Reise nach Südamerika war: „Gut, ich gehe zurück und eröffne eine Spanischschule in Paraguay.“ Meistens sahen sie mich erst schockiert an und fragten dann: „Spricht man in Paraguay nicht sowieso schon Spanisch?“

Meine Freunde, die Softwarefirmen führen, konnten überhaupt nicht nachvollziehen, warum ich in ein Geschäft mit echten Räumen einsteige: „Ist das wirklich skalierbar?“

Fluido aufbauen: eine Sprachschule in Asunción gründen

Fluido hat im Februar 2026 eröffnet, zuerst in einem Café und dann in einem Haus in Villa Morra. Wie sahen die ersten Wochen aus? Wie haben Sie Ihre ersten Schüler gefunden?

Die erste Woche war die härteste Arbeitswoche meines Lebens. Ich hatte Fluido schon vorab mit Blogartikeln und YouTube-Videos beworben. Noch bevor wir überhaupt geöffnet hatten, meldeten sich deshalb Leute, die unseren Unterricht ausprobieren wollten. Das hat das Unternehmen regelrecht aus mir herausgezogen, und zwar schnell. Auch wenn ich von Anfang an ein Erlebnis auf Weltklasseniveau bieten wollte, mussten wir in einem Café anfangen, weil die Schüler bereit waren.

Ich musste in aller Eile Räume mieten, und schließlich war unser Haus pünktlich zur zweiten Unterrichtswoche gemietet und startklar.

Wie war es, als Ausländer in Paraguay ein Unternehmen aufzubauen: anmelden, mieten, einstellen, mit der Bürokratie umgehen? Was hat Sie überrascht, positiv oder negativ?

Kein Vergnügen, aber ich muss zugeben, dass das in jedem Land eine Herausforderung und Bürokratie wäre. Als neuer Ausländer ist es hier aber definitiv noch schwerer. Sie wollen etwas mieten, haben hier aber noch keine Steuerhistorie? Dann stellen Sie sich darauf ein, 6 bis 12 Monate im Voraus zu zahlen.

Ich arbeite mit mehreren Teams von Fachleuten zusammen, die mir bei der Unternehmensanmeldung, bei Einstellungen und bei der Bürokratie helfen.

Überraschend ist, dass es tatsächlich sehr einfach und kostenlos ist, in Paraguay eine EAS zu gründen. Das ist so etwas wie eine LLC. Dafür gibt es eine moderne Website. Im Laufe der Zeit habe ich am Ende zwei verschiedene EAS gegründet, jede mit weniger Hilfe als die vorherige. Wenn ich jemals eine weitere eröffne, mache ich das allein.

Tatsächlich habe ich zuerst versucht, alles allein zu machen, und habe sogar meine Residenz ohne Anwalt oder Agentur beantragt. Ich hatte zu viel Angst, übers Ohr gehauen zu werden. Das bereue ich. Hätte ich mir bei einem Experten Hilfe für meine Ziele geholt, hätte ich Fluido Monate früher eröffnen können.

Anmerkung der Redaktion: Wie die Gründung einer EAS im Einzelnen abläuft und welche Rechtsform zu welchem Vorhaben passt, beschreibt unser Leitfaden zur Firmengründung in Paraguay.

Sie beschreiben Ihre Personalauswahl als „unvernünftig wählerisch“: Tausende Bewerber, sehr wenige Einstellungen. Worauf achten Sie bei Lehrkräften, was ein Abschluss allein nicht zeigt? Und warum haben Sie Ihr eigenes Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte gestartet?

Unsere Lehrkräfte sorgen dafür, dass sich unsere Schüler im Unterricht gesehen und gehört fühlen. Sie müssen „bei“ den Schülern sein, nicht vorne bei Fernseher und Whiteboard. Das ist schwer zu erklären, aber es ist eine seltene Eigenschaft, die man spürt. Bevor wir eine neue Lehrkraft einstellen, gibt es mehrere Probestunden, und wir fragen uns: „Würde ich morgen wieder in den Unterricht kommen, wenn das meine Lehrkraft wäre?“

Anfangs haben wir nur Lehrkräfte eingestellt, die Erfahrung darin hatten, Ausländern Spanisch beizubringen. Aber uns sind die Kandidaten ausgegangen, die unsere Ansprüche erfüllen. Allerdings haben sich viele Englischlehrkräfte auf Weltklasseniveau beworben. So wurde uns klar, dass wir den besten Englischlehrkräften beibringen können, wie man Spanisch unterrichtet. Daraus ist unser 36-stündiges Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte entstanden.

Ihre Gruppen haben höchstens vier Schüler, und Sie unterrichten nur vor Ort. Warum wachsen Sie nicht mit größeren Gruppen oder Online-Kursen?

Ich habe eine Mission: dafür sorgen, dass sich Expats in Paraguay zu Hause fühlen. Ich möchte ihnen eine regelmäßige soziale Routine bieten, und dazu gehört, zur Schule zu kommen und Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Online-Unterricht dient unserer Mission nicht.

Als ich in Peru Spanisch gelernt habe, habe ich gemerkt, dass mein Erlebnis deutlich schlechter wurde, sobald eine Klasse fünf Schüler hatte. Ich bekam im Unterricht nicht genug Aufmerksamkeit. Mit vier Schülern war es aber in Ordnung.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie Fluido heute noch einmal gründen würden?

Ich hätte mir einen lokalen Experten gesucht (eine Kanzlei oder eine Einwanderungsagentur) und ihm erklärt, dass ich so schnell wie möglich ein Unternehmen eröffnen will, statt zu versuchen, alles selbst herauszufinden.

Die größte Lektion, die ich seit der Gründung von Fluido gelernt habe, lautet: „Finden Sie den Experten.“

Sams wichtigste Lektion gilt auch für Residenz und Cédula. Wer die Behördengänge in Paraguay nicht allein herausfinden möchte, klärt im kostenlosen Erstgespräch, welcher Weg passt. Die Unterlagen, die Übersetzungen in Paraguay und die Termine bei Migraciones begleiten wir dann Schritt für Schritt.

Spanisch lernen in Paraguay: Voseo, Guaraní und das richtige Tempo

Fluido unterrichtet lateinamerikanisches Spanisch mit paraguayischer Note, darunter „vos“ statt „tú“. Wie sehr unterscheidet sich das paraguayische Spanisch von dem, was man in Apps oder in Spanien lernt?

Als ich noch am Anfang meines eigenen Wegs mit Spanisch stand, habe ich mir große Sorgen gemacht, in welchem Land ich lerne, weil ich keine Zeit damit „verschwenden“ wollte, einen unpraktischen Dialekt oder Akzent zu lernen. Aus heutiger Sicht ist es alles dieselbe Sprache. In jedem Land, das Sie wählen, gibt es für manche Dinge leicht andere Wörter, so wie Amerikaner „french fries“ zu dem sagen, was die Briten „chips“ nennen. Wer in Großbritannien Englisch lernt, spricht trotzdem auch in den USA fließend.

Manche Länder in Lateinamerika sagen „tú“, andere „vos“, wenn sie jemanden informell mit „du“ ansprechen. Zum Glück sind die Verbformen sehr ähnlich und oft identisch. In Paraguay sagen wir „vos“. Bei Fluido verwenden wir meistens „vos“, nehmen aber bei Bedarf auch „tú“ dazu.

Spanisch irgendwo in Lateinamerika zu lernen ist einfacher als in Spanien, weil wir die „vosotros“-Formen weder benutzen noch unterrichten.

Das Spanisch aus Apps ist immer noch dasselbe Spanisch, das man bei Fluido lernen würde. Wahrscheinlich enthält das mexikanische Spanisch, das Apps oft verwenden, aber ein paar andere Vokabeln als das, was in Paraguay üblich ist. Das ist aber in Ordnung.

Und Guaraní und Jopará? Wie viel davon braucht ein Neuankömmling wirklich, und kommt das bei Ihnen im Unterricht vor?

Neuankömmlinge brauchen kein Guaraní und kein Jopará. Wer ein paar Sätze lernt, beeindruckt aber die Einheimischen und bringt sie vielleicht zum Lachen.

Standardmäßig unterrichten wir Guaraní nicht, damit wir unsere Schüler nicht überfordern, indem sie zwei Sprachen auf einmal lernen. Wenn Schüler danach fragen, lernen sie aber ein bisschen.

Trotzdem kommt man um etwas Guaraní nicht herum. Das Wort für „Popcorn“ zum Beispiel ist in jedem lateinamerikanischen Land anders. In Paraguay sagt man dazu „pororó“, ein Wort aus dem Guaraní.

Sie sagen, dass die meisten Menschen in zwei bis sechs Monaten wirklich fließend sprechen, wenn sie ernsthaft lernen. Was unterscheidet die Schüler, die es schaffen, von denen, die es nicht schaffen?

Das sind die Eigenschaften der Schüler, die am schnellsten lernen:

  • ▹Sie bemühen sich, mit Einheimischen Spanisch zu sprechen. Das kann jeder sein, sogar der Taxifahrer.
  • ▹Sie trauen sich, Spanisch zu sprechen, trotz der Angst, Fehler zu machen.
  • ▹Sie machen ihre Hausaufgaben und lernen.
  • ▹Sie setzen sich nicht unter Druck, in einer bestimmten Zeit ein willkürlich gewähltes Niveau zu erreichen.

Viele unserer Leser sind in ihren 40ern, 50ern oder 60ern. Ist es in diesem Alter schwieriger zu lernen, und welchen Rat geben Sie älteren Lernenden?

Mir ist aufgefallen, dass unsere jüngeren Schüler meist schneller lernen.

Die meisten unserer Schüler sind in ihren 40ern oder 50ern. Mein Rat an sie, und an alle Lernenden: Seien Sie nicht zu streng mit sich, wenn Sie nicht so schnell lernen, wie Sie gehofft hatten. Spanisch zu lernen bedeutet, das eigene Gehirn neu zu verdrahten. Das kann etwas wehtun, aber genau das ist buchstäblich das Wachstum, das gerade passiert. Außerdem empfehle ich, die eigene Komfortzone zu verlassen und mit Einheimischen auf Spanisch ins Gespräch zu kommen.

Unsere Leser sprechen Deutsch. Bemerken Sie typische Stärken oder Fehler, wenn Deutsche Spanisch lernen?

Viele unserer aktuellen Schüler kommen aus Deutschland oder der Schweiz. Alle haben schon mindestens eine andere Sprache gelernt (oft Englisch), und es scheint, als gäbe es ihnen mentale Stärke, schon einmal eine andere Sprache gemeistert zu haben. Sie glauben an sich.

Welches Spanischniveau empfehlen Sie mindestens, wenn jemand hier leben, den Alltag bewältigen und mit Behörden umgehen möchte?

Paraguay hat verschiedene Ebenen. Sie könnten in der Expat-Blase bleiben und nie Spanisch lernen, aber dann verpassen Sie so viele Erfahrungen. Paraguay hat eine reiche Kultur und freundliche Menschen, die Ihnen gern ihre Welt zeigen: in ihrer Sprache.

Wie Sie sich schon vor dem Umzug vorbereiten und welche Sätze im Alltag zuerst zählen, zeigt unser Ratgeber Spanisch lernen in Paraguay.

Mehr als eine Sprachschule: Gemeinschaft für Expats in Asunción

Ihre Mission ist es, „dass sich Expats in Paraguay zu Hause fühlen“. Neben dem Unterricht organisieren Sie Salsa, Freiwilligenarbeit und gesellige Abende. Wie sieht eine typische Woche bei Fluido für einen Schüler aus?

Einer unserer Schüler hat ein tolles YouTube-Video gedreht, das eine Woche im Leben eines Fluido-Schülers zeigt: Eine Woche bei Fluido (YouTube).

So sieht eine Woche für Schüler in unseren Vormittagskursen aus:

  • ▹Aufwachen, zu Fuß oder mit Uber zur Schule, und um 8:50 Uhr einen frisch gemahlenen, lokal gerösteten Kaffee von Totem Tostadores genießen.
  • ▹Mit ein paar Mitschülern plaudern, während man auf den Unterrichtsbeginn wartet.
  • ▹Um 9 Uhr geht es in den Unterricht. Mit Ihrer Lehrkraft auf Weltklasseniveau und lustigen Mitschülern vergeht die Zeit wie im Flug, und dann ist schon Ihre Pause um 11 Uhr.
  • ▹20 Minuten Pause: eine Runde Tischtennis spielen, frische Luft schnappen, im Café die Straße runter einen Snack kaufen.
  • ▹Nach dem Unterricht gehen Sie vielleicht um 13 Uhr mit einem Mitschüler zu Mittag essen.
  • ▹Vielleicht veranstalten wir am Freitag ein Asado, also kommen Sie um 20 Uhr vorbei. Wir grillen jede Menge Essen, und Sie genießen viele Stunden, bevor Sie nach Hause gehen.
  • ▹Wie viele unserer Schüler haben Sie sich vielleicht mit Ihren Mitschülern angefreundet, und Sie ziehen am Samstagabend zusammen auf ein paar Drinks los.

Ich weiß, dass ich meine Mission erfüllt habe, wenn ich sehe, dass sich Schüler anfreunden und sich auch außerhalb der Schule treffen. Das erfüllt mich sehr. Es ist genau das Erlebnis, das ich mir hier gewünscht hatte, und ich bin stolz, dass ich es geschaffen habe.

Im September 2026 haben Sie ein Gastfamilienprogramm mit einheimischen Familien gestartet. Warum, und für welche Schüler passt es?

Manche unserer Schüler kommen außerhalb der Schule nicht genug zum Spanischsprechen. Wenn sie ein oder zwei Wochen bei einer einheimischen Familie verbringen könnten, würden sie schneller lernen, und natürlich würden sie sich buchstäblich zu Hause fühlen.

Manche unserer Schüler, die nur für kurze Zeit in Paraguay sind, fragen uns danach. Viele Expats, die schon einen langfristigen Mietvertrag haben, passen eher nicht dazu.

Wir haben das Programm angekündigt und haben Nachfrage von Schülern, suchen aber noch Familien. Eine Herausforderung ist, dass die Familien zu Fuß von Fluido erreichbar wohnen müssen, und das schränkt den Kreis der Kandidaten ein.

Sie haben über die sozialen Gruppen geschrieben, die Expats in Asunción bilden. Welche davon empfehlen Sie jemandem, der gerade angekommen ist, und welche Falle sollte man meiden?

Der beste Einstieg sind die Treffen, die die Asunción Times organisiert. Sie finden sie über deren Facebook-Gruppe „Digital Nomads & Expats in Asunción“. Es kann etwas dauern, bis Sie in die WhatsApp-Gruppe kommen, weil sie oft voll ist. Auf diesen Treffen lernen Sie auch viele Einheimische kennen.

Die Falle, die Sie meiden sollten: ständig darüber zu klagen, was Paraguay fehlt. Es ist leicht, Paraguay mit unseren Heimatländern zu vergleichen, vor allem, wenn man von anderen Ausländern umgeben ist. Aber wenn Sie sich das angewöhnen, können die Einheimischen es irgendwann nicht mehr hören. Expats sind in Paraguay im Allgemeinen sehr willkommen, und das sollte auch so bleiben.

Welche weiteren Treffpunkte, Vereine und Gruppen es für Deutschsprachige gibt, fasst unser Überblick über die deutsche Community in Paraguay zusammen.

Leben in Asunción: Was Sam Goetz liebt und was ihn frustriert

Was lieben Sie am Leben in Asunción, und was frustriert Sie immer noch?

Ich liebe, wie entspannt die Paraguayer sind. Ich habe etwas von dieser Kultur übernommen. Wenn ich Veranstaltungen wie Asados oder Tischtennisturniere organisiere, plane ich nicht viel, sondern kündige sie einfach an, plane ein kleines bisschen und lasse es laufen. Sie gehen immer gut.

Schwierig ist es, für verschiedene Abläufe dokumentierte Regeln zu finden, etwa für behördliche Genehmigungen für unser Unternehmen, für Steuervorschriften und sogar schon für die Eröffnung eines Bankkontos oder den Versuch, eine Kreditkarte zu bekommen.

Was unterschätzen Menschen am meisten, wenn sie nach Paraguay ziehen?

Offen gesagt habe ich viele Expats erlebt, die unterschätzen, wie sehr man Spanisch braucht. Manche merken das erst am Flughafen und schreiben uns: „Ich muss dringend Spanisch lernen.“ Natürlich kommt man hier auch ohne Spanisch zurecht, aber das wäre wie ein Leben in einer Blase.

Wenn Ihnen ein Freund morgen sagen würde: „Ich ziehe nächsten Monat nach Asunción“, was wären die ersten drei Dinge, die Sie ihm sagen würden?

  • ▹Versuchen Sie nicht, Geld zu sparen, indem Sie weit weg vom Geschehen wohnen, zum Beispiel in Luque. Sie geben dann nur zusätzliches Geld für Uber und Bolt aus.
  • ▹Wenn Sie Ihr Rindfleisch medium-rare mögen, müssen Sie das sehr deutlich sagen. Hier isst man Fleisch durchgebraten. Wer im Restaurant ein Steak bestellt und es medium-rare möchte, sagt „a punto“.
  • ▹Bolt ist meist günstiger und schneller als Uber, aber eindeutig weniger sicher, weil Fahrer und Fahrzeuge dort nicht so gründlich überprüft werden.

Wo sehen Sie Fluido und sich selbst in drei Jahren?

Ich sehe Fluido voll ausgelastet mit 100 Schülern pro Woche, in einem größeren Haus. Wir sind lieber in einem Haus als in einem Büro, weil die Atmosphäre wärmer ist und es buchstäblich zu unserer Mission passt, dass sich Expats in Paraguay zu Hause fühlen.

Dann sehe ich mich entweder noch stärker auf Paraguay setzen und hier weitere Unternehmen gründen, oder Fluido in andere Städte der Region bringen.

Kurz gefragt: Sam Goetz über Paraguay in einer Zeile

  • ▹Lieblingsessen aus Paraguay: Mbejú Caprese
  • ▹Lieblingswort oder -ausdruck aus Paraguay: Nderakóre
  • ▹Bestes Viertel in Asunción für Neuankömmlinge: Villa Morra, weil es am zentralsten liegt
  • ▹Ein Ort, den jeder Neuankömmling besuchen sollte: die Bars am Paseo Carmelitas (nach 23 Uhr)
  • ▹Tereré oder Mate? Tereré

Gründer in Asunción: So geht die Serie weiter

Sams Weg zeigt, wie schnell sich das Ankommen verändert, sobald ein fester Rahmen da ist: ein Ort, an den man morgens geht, und Menschen, die dort auf einen warten. In den nächsten Teilen unserer Serie „Gründer in Asunción“ sprechen wir mit weiteren Menschen, die in Paraguay ein Unternehmen aufgebaut haben, und fragen nach ihren Anfängen, ihren Fehlern und dem, was sie heute anders machen würden. Wer sich vorab ein Bild vom Alltag in der Hauptstadt machen möchte, findet im Leitfaden zum Leben in Asunción Viertel, Kosten und Wege.

Mehr über die Schule selbst erfahren Sie direkt bei Fluido Spanish.

Sie möchten Ihre Residenz in Paraguay mit Begleitung statt im Alleingang angehen? Im kostenlosen Erstgespräch besprechen wir Ihren Zeitplan und die Unterlagen für Residenz und Cédula, damit Sie sich vor Ort auf das Wesentliche konzentrieren können: ankommen, Spanisch lernen, Leute kennenlernen.

Porträt von Yannick Schroth, Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay

Über den Autor

Yannick Schroth

Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay

Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und Firmengründung in Paraguay.

Tags:LebenSpracheInterview

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Gesetze, Preise und Fristen können sich ändern, einzelne Angaben daher inzwischen überholt sein. Für Ihren Fall bitte den aktuellen Stand prüfen oder uns direkt fragen.

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