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Treibstoff in Paraguay: Diesel 2026 bis zu 39 Prozent teurer
Leben & Alltag

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Treibstoff in Paraguay: Diesel 2026 bis zu 39 Prozent teurer

Petropar hat zum 17. August um 300 Guaraní je Liter erhöht, die privaten Marken schon zum vierten Mal in diesem Jahr. Was das für Haushalte bedeutet.

Yannick SchrothYannick Schroth
5 Min. Lesezeit

Wer in Paraguay tankt, zahlt seit dem 17. August 2026 wieder mehr. Die staatliche Petropar hat ihre Preise um 300 Guaraní je Liter angehoben. Die privaten Marken hatten Anfang August bereits die vierte Erhöhung dieses Jahres umgesetzt. Beim Diesel summiert sich der Anstieg 2026 auf bis zu 39 Prozent. Begründet wird er mit gestiegenen internationalen Wiederbeschaffungskosten.

Die aktuellen Preise an der Zapfsäule

Die Preise der staatlichen Petropar seit dem 17. August, umgerechnet zum Referenzkurs der Zentralbank vom 21. August (7.013 Guaraní je Euro):

SortePreis je Literumgerechnet
Nafta Kape 886.990 Gsrund 1,00 Euro
Nafta Oikoite 937.490 Gsrund 1,07 Euro
Nafta Aratiri 978.840 Gsrund 1,26 Euro
Diésel Porã8.290 Gsrund 1,18 Euro
Diésel Mbarete10.300 Gsrund 1,47 Euro

Bei den privaten Anbietern liegen die Preise darüber. Nach der Marktübersicht von La Nación vom 19. August kosten 93 Oktan dort bis zu 7.690 Guaraní, einfacher Diesel bis zu 8.690 und Premium-Diesel bis zu 10.600 Guaraní je Liter.

Warum die Preise steigen

Als Ursache nennen die Anbieter den anhaltenden Anstieg der internationalen Wiederbeschaffungskosten, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und speziell rund um die Straße von Hormus.

Petropar hat länger durchgehalten als die privaten Ketten. Noch Mitte August war die offene Frage, wie lange der staatliche Anbieter seine Preise halten kann, dann kam am 17. August die Anpassung. Der Abstand zwischen staatlichen und privaten Preisen bleibt bestehen, er ist aber kleiner geworden.

Was das im Alltag bedeutet

Der Ökonom Manuel Ferreira hat die Wirkung am 23. August in der Sendung Enfoque Económico auf ABC TV durchgerechnet. Nafta kostet demnach rund 2.000 Guaraní je Liter mehr als vor sechs Monaten.

  • Ein Kleinwagen mit 40 Litern Tankinhalt kostet pro Füllung rund 80.000 Guaraní mehr, umgerechnet etwa 11 Euro. Das sind 20 bis 25 Prozent höhere direkte Spritkosten.
  • Ein Motorrad mit 14 Litern zahlt je Füllung rund 28.000 Guaraní mehr, also etwa 4 Euro.
  • Lieferdienste haben ihre Gebühren von rund 5.000 auf 7.000 Guaraní erhöht.

Ferreira beschreibt außerdem, was Familien daraus machen: Sie wechseln bei Getränken und Fleisch auf günstigere Marken, weil das Budget für Lebensmittel gleich bleibt und der Einkauf dafür kleiner wird. Erschwerend kommt hinzu, dass rund 72 Prozent der Erwerbstätigen in Paraguay selbstständig sind. Wer mehr ausgibt, muss mehr arbeiten, ein Inflationsausgleich vom Arbeitgeber existiert für diese Gruppe nicht.

Einordnung für deutsche Auswanderer

Trotz des Anstiegs bleibt Tanken in Paraguay deutlich günstiger als in Deutschland. Der ADAC weist für Samstag, den 22. August, einen bundesweiten Tagesdurchschnitt von 2,165 Euro je Liter Super E10 und 2,260 Euro je Liter Diesel aus. In Paraguay liegen die vergleichbaren Sorten bei rund 1,07 und 1,18 Euro, also bei etwa der Hälfte.

Praktisch gerechnet: Eine 40-Liter-Füllung mit 93 Oktan kostet in Asunción rund 43 Euro, in Deutschland zahlen Sie für dieselbe Menge E10 etwa 87 Euro.

Zwei Dinge gehören dazu. Erstens fällt der Anstieg in Euro gerechnet stärker aus, als die Guaraní-Zahlen vermuten lassen, weil der Euro parallel an Wert verloren hat. Wie stark, steht in unserer Wechselkurs-Meldung vom 23. August. Zweitens ist Paraguay ein Autoland. Der öffentliche Nahverkehr ist außerhalb der Hauptachsen dünn, viele Wege gehen nur mit eigenem Fahrzeug. Sprit ist damit ein Posten, den man im Haushaltsbudget nicht kleinrechnen sollte.

Warum die Inflation trotzdem niedrig bleibt

Der Widerspruch löst sich beim Blick auf die Zentralbank. Im Juli lag die Teuerung bei minus 0,1 Prozent im Monatsvergleich und bei 1,6 Prozent im Jahresvergleich. Der starke Guaraní verbilligt importierte Waren und drückt das allgemeine Preisniveau.

Treibstoff ist dabei die Ausnahme. Er wird in Dollar eingekauft, und die internationalen Notierungen sind zuletzt stärker gestiegen, als die Aufwertung des Guaraní ausgleichen konnte. Die starke Währung dämpft den Effekt also, sie hebt ihn aber nicht auf.

Häufige Fragen

Wie teuer ist Tanken in Paraguay im Vergleich zu Deutschland?

Aktuell etwa halb so teuer. 93 Oktan kosten bei Petropar 7.490 Guaraní, umgerechnet rund 1,07 Euro. In Deutschland lag Super E10 am 22. August im Schnitt bei 2,165 Euro je Liter.

Warum steigt der Sprit, wenn die Inflation bei 1,6 Prozent liegt?

Weil beide Zahlen unterschiedliche Dinge messen. Die Inflation ist ein Korb aus vielen Produkten, und der wird derzeit von billigeren Importen und stabilen Lebensmittelpreisen nach unten gezogen. Treibstoff hängt dagegen direkt am internationalen Ölpreis und an den Logistikkosten.

Ändert sich dadurch etwas beim Autokauf?

Der Abstand zwischen Diesel und Benzin ist kleiner geworden, weil Diesel 2026 mit bis zu 39 Prozent deutlich stärker gestiegen ist. Wer den Kauf plant, sollte den Verbrauch also neu rechnen. Die übrigen Punkte stehen im Ratgeber zum Autokauf in Paraguay.

Quellen: ABC Color vom 23. August 2026 zur Belastung der Haushalte, ABC Color vom 17. August 2026 zur Petropar-Anpassung, ABC Color vom 3. August 2026 zum Anstieg von bis zu 39 Prozent, La Nación vom 19. August 2026 zur Marktübersicht sowie die Referenzkurse der Banco Central del Paraguay und der ADAC-Kraftstoffpreisdienst.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Treibstoffpreise ändern sich kurzfristig und unterscheiden sich je nach Marke, Sorte und Region; verbindlich ist immer der Aushang an der jeweiligen Station. Die Umrechnungen beruhen auf dem Referenzkurs vom 21. August 2026.

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Porträt von Yannick Schroth, Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Über den Autor

Yannick Schroth

Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater

Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.

Tags:WirtschaftAktuell

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