Paraguays Außenhandel läuft 2026 auf Rekordniveau. Nach den am 14. und 15. Juli veröffentlichten Halbjahreszahlen erzielte das Land zwischen Januar und Juni 2026 einen Handelsüberschuss von 746,6 Millionen US-Dollar, getragen von kräftig wachsenden Exporten bei nur moderat steigenden Importen. Für ein kleines Binnenland ist das ein starkes Signal wirtschaftlicher Stabilität, genau der Faktor, der Auswanderer und Investoren zunehmend nach Paraguay zieht.

Die Zahlen im Überblick
Die Exporte erreichten im ersten Halbjahr 2026 rund 10.162,8 Millionen US-Dollar, ein Plus von 23,6 Prozent gegenüber demselben Zeitraum 2025 (8.219,1 Millionen US-Dollar). Die Importe lagen bei 9.416,2 Millionen US-Dollar. Zusammen bewegte der Außenhandel im ersten Halbjahr fast 20 Milliarden US-Dollar. Der Saldo von 746,6 Millionen US-Dollar Überschuss markiert eine deutliche Verbesserung, denn noch vor Kurzem stand Paraguays Handelsbilanz im Minus.
Besonders auffällig ist die verarbeitende Industrie. Die Maquila-Exporte (Fertigung überwiegend für den Export, oft in Grenznähe zu Brasilien) stiegen von Januar bis Juni auf 717 Millionen US-Dollar, ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber 575 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Was die Exporte treibt
Den größten Beitrag liefern weiterhin die klassischen Agrargüter Sojabohnen und Sojaöl, dazu kommen wachsende Ausfuhren von Getränken. Die Kombination aus starker Agrarproduktion, wachsender Industrie und billiger Energie aus Wasserkraft macht Paraguays Exportkorb breiter, als es das Klischee vom reinen Soja- und Rindfleisch-Land vermuten lässt.
Mercosur-EU als möglicher Verstärker
Rückenwind könnte das Freihandelsabkommen zwischen Mercosur und EU bringen. Nach Schätzungen paraguayischer Stellen könnte das Abkommen die nationalen Exporte um mehr als 27 Prozent steigern und rund ein Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen. Auch Spanien sieht laut Berichten Potenzial, Handel und Investitionen mit Paraguay auszubauen. Was das Abkommen konkret für Deutsche bedeutet, ordnen wir im Bericht zum EU-Mercosur-Abkommen ein.
Was das für Auswanderer bedeutet
Für Privatpersonen ändert eine Handelsbilanz nichts an den Steuerregeln. Als Umfeld-Signal ist der Rekord aber relevant. Ein solider Exportüberschuss stützt die makroökonomische Stabilität, die Paraguay 2026 sein Investment-Grade-Rating eingebracht hat, und untermauert die stabile Währung.
Genau hier liegt die ehrliche Kehrseite. Ein starker Außenhandel stützt einen starken Guaraní. Für Auswanderer, die in Euro verdienen oder sparen, wird Paraguay dadurch in Hartwährung tendenziell teurer, wie wir im Bericht zum starken Guaraní beschrieben haben. Am steuerlichen Kern ändert das nichts: Auslandseinkommen bleibt bei paraguayischer Steueransässigkeit über das Territorialprinzip mit null Prozent besteuert (Ley 6380/2019). Wer über eigene wirtschaftliche Aktivität nachdenkt, findet die Grundlagen im Leitfaden zum Investieren in Paraguay.
Häufige Fragen
Wie hoch war Paraguays Handelsüberschuss im ersten Halbjahr 2026?
746,6 Millionen US-Dollar. Die Exporte lagen bei rund 10.162,8 Millionen US-Dollar (plus 23,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025), die Importe bei 9.416,2 Millionen US-Dollar.
Was bedeutet der Exportboom für Auswanderer aus Deutschland?
An den Steuerregeln direkt nichts. Indirekt stützt der Überschuss die wirtschaftliche Stabilität und die Währung. Ein starker Guaraní kann Paraguay für Euro-Verdiener allerdings teurer machen.
Quellen: ABC Color (Außenhandel und Maquila-Exporte, 14. und 15. Juli 2026), Infobae und Prensa Mercosur (Handelsbilanz erstes Halbjahr 2026). Stand: 16. Juli 2026.
Hinweis: Dieser Artikel gibt den Stand vom 16. Juli 2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Wirtschaftsdaten können nachträglich korrigiert werden.
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Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater
Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.




