Paraguay zieht so viele Menschen an wie nie. Die Dirección Nacional de Migraciones (DNM) verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Rekord bei den Residenz-Anträgen, und Deutsche gehören zu den häufigsten Nationalitäten. Wer über eine Auswanderung nachdenkt, ist also längst nicht allein.
Residenz-Anträge plus 85 Prozent: die Zahlen
Von Januar bis März 2026 registrierte die DNM 18.071 Residenz-Anträge von Ausländern, ein Plus von 85 Prozent gegenüber den 9.760 Anträgen im gleichen Zeitraum 2025. Aufgeschlüsselt zeigt sich, wohin die Reise geht: Die Anträge auf temporäre Residenz sprangen um 105 Prozent auf 14.995, die auf permanente Residenz um 25 Prozent auf 3.076. Schon 2025 war ein Rekordjahr mit 47.687 Anträgen, ein Zuwachs von über 63 Prozent.
Deutsche auf Platz 3 der Nationalitäten
Von den 14.275 im ersten Quartal ausgestellten Residenzen entfielen 64 Prozent (9.195) auf Brasilianer. Es folgen Argentinier mit 8,4 Prozent (1.205), dann bereits Deutsche mit 4,5 Prozent (651) und Spanier mit 2,6 Prozent (373). Deutschland ist damit die stärkste nicht-südamerikanische Herkunft und die drittgrößte Gruppe insgesamt.
Warum der Andrang, und was die Zahlen verraten
Hinter dem Zuzug steht die Kombination, für die Paraguay bekannt ist: das Territorialprinzip, mit dem ausländisches Einkommen bei echter Steueransässigkeit unbesteuert bleibt, dazu eine stabile Wirtschaft mit doppeltem Investment-Grade und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten. Aufschlussreich ist die Aufteilung der Anträge: Dass die temporären Residenzen mit plus 105 Prozent viel stärker zulegen als die permanenten, bestätigt den regulären Weg. Fast alle starten mit der temporären Residenz und wandeln sie erst nach rund zwei Jahren in die permanente um. Eine direkte permanente Residenz gibt es nur über den neuen Investor Pass, also über eine qualifizierte Investition.
Was bedeutet das für deutsche Auswanderer?
Die Zahlen zeigen: Der Schritt ist kein Einzelfall mehr, sondern ein spürbarer Trend, und Deutsche sind vorne dabei. Wichtig bleibt aber die ehrliche Einordnung. Eine Residenz allein macht niemanden automatisch steuerfrei. Entscheidend ist echte Steueransässigkeit mit tatsächlichem Lebensmittelpunkt und ein sauberer Wegzug aus Deutschland; die individuelle steuerliche Bewertung gehört in die Hände eines Steuerberaters.
Für den Ablauf selbst gilt genau das, was die Statistik spiegelt: erst die temporäre Residenz, dann nach rund zwei Jahren die permanente Residenz. Wie das Territorialprinzip dahinter funktioniert, erklärt der Überblick zum Steuersystem. Dass die Stabilität den Zuzug trägt, hatten wir zuletzt in unserer Meldung zum Investment-Grade durch Moody's beschrieben.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Zahlen und Verfahren können sich ändern.
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Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater
Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.





