Paraguay will seinen wichtigsten Standortvorteil, die günstige und saubere Energie, auf ein moderneres institutionelles Fundament stellen. Präsident Santiago Peña hat einen Paradigmenwechsel im Energiesektor angeordnet und dem Ministerium eine 30-Tage-Frist für konkrete Reformvorschläge gesetzt. Das erklärte Vizeminister Mauricio Bejarano am 7. August 2026. Für Investoren und Unternehmer, die den Standort prüfen, geht es dabei vor allem um eines: mehr Rechtssicherheit.
Was Peña angeordnet hat
Nach den Worten von Bejarano, dem Vizeminister für Bergbau und Energie, verlangt der Präsident einen grundlegenden Wandel hin zu klaren Institutionen und Regeln. Innerhalb von 30 Tagen sollen konkrete Vorschläge vorliegen. Im Gespräch sind unter anderem die Schaffung eines eigenständigen Energieministeriums und einer unabhängigen Regulierungsbehörde. Ziel ist eine robuste institutionelle Architektur und ein verlässlicher Normrahmen, der die nötige Rechtssicherheit für den Zufluss privaten Kapitals schafft.
Öffentlich-private Arbeitsgruppe
Als historisch bezeichnete das Ministerium die Bildung einer öffentlich-privaten Arbeitsgruppe für den Stromsektor. Beteiligt werden sollen Privatunternehmen, Wissenschaft, Fachleute und öffentliche Stellen, um im Konsens über die künftige Struktur des nationalen Stromsystems zu beraten. Der Ansatz zeigt, dass Investoren früh eingebunden werden sollen, statt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
Konkrete Projekte und Investitionsbedarf
Die Reform hat einen handfesten Hintergrund. Der wachsende Strombedarf des Landes erfordert erhebliche Investitionen: Die staatliche Stromgesellschaft ANDE benötigt nach eigenen Angaben rund eine Milliarde US-Dollar für neue Erzeugung. Als konkreter Schritt ist eine internationale öffentliche Ausschreibung für 140 Megawatt im zentralen Chaco geplant. Solche Vorhaben lassen sich leichter finanzieren, wenn der rechtliche Rahmen für private Beteiligung eindeutig ist.
Was das für Auswanderer und Unternehmer bedeutet
Eine Strukturreform ändert für Privatpersonen weder die Steuerlast noch den Residenzprozess. Als Standortsignal ist sie aber aussagekräftig: Ein Land, das seinen Energiesektor berechenbarer und rechtssicherer macht, wird für alle attraktiver, die eine Firmengründung in Paraguay erwägen oder Kapital verlagern. Warum Unternehmer den Standort wählen, fasst der Überblick für Unternehmer zusammen. Am steuerlichen Kern für Privatpersonen ändert sich nichts: Auslandseinkommen bleibt bei echter Steueransässigkeit über das Territorialprinzip unbesteuert. Wie sich Paraguays Wirtschaft insgesamt entwickelt, ordnet unser Ausblick zur Wirtschaft ein.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine journalistische Einordnung und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Die angekündigten Reformen befanden sich bei Redaktionsschluss noch im Vorschlagsstadium; Inhalte und Zeitplan können sich ändern.
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Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Paraguay-Auswanderungsberater
Lebt in Asunción und begleitet deutschsprachige Auswanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und steueroptimierter Firmenstruktur in Paraguay.





