Paraguays Aufstieg bei den Rating-Agenturen geht in die nächste Runde. Die Agentur Fitch hat Ende Juli 2026 ihre jährliche Überprüfung der paraguayischen Kreditwürdigkeit gestartet, den Auftakt bildete ein Treffen mit Präsident Santiago Peña. Aktuell bewertet Fitch das Land mit BB+ und positivem Ausblick, nur eine Stufe unter dem Investment Grade. Für Auswanderer und Unternehmer, die den Standort prüfen, ist das ein weiteres Signal wachsender Stabilität.
Was Fitch jetzt prüft
Fitch führt eine jährliche Bonitätsprüfung durch und sammelt dafür vor der Bewertung Informationen aus Gesprächen mit Behörden und Vertretern des Privatsektors. Den Auftakt machte ein Treffen mit Präsident Santiago Peña, an dem auch Wirtschaftsminister Óscar Lovera und Zentralbank-Präsident Carlos Carvallo teilnahmen, auf Fitch-Seite die Analysten Todd Martínez und Christopher Dychala. Besprochen wurden die öffentlichen Finanzen, die Wachstumsaussichten, die Fiskaldisziplin, Strukturreformen und die makroökonomische Lage.
BB+ mit positivem Ausblick
Paraguay steht bei Fitch derzeit auf BB+, seit Oktober 2025 mit positivem statt stabilem Ausblick, also einen Schritt vor einer möglichen Heraufstufung. Ihren positiven Ausblick begründete Fitch mit dem robusten Wirtschaftswachstum (für 2025 wurden 4,8 Prozent erwartet, getragen von Dienstleistungen, Industrie und Bau), einer disziplinierten Fiskalpolitik (Defizit von 1,9 Prozent des BIP 2025), starken Währungsreserven, einer nach dem Höchststand 2024 sinkenden Staatsverschuldung und einer großen privaten Investitionspipeline, darunter die Zellstofffabrik von Paracel und die Düngemittelanlage ATOME. Inzwischen ist klar, dass die Grenze von 1,5 Prozent 2026 verfehlt wird; die Regierung plant 3,2 Prozent.
Zwei von drei Agenturen bereits im Investment Grade
Der eigentliche Reiz der Meldung liegt im Kontext. Zwei der drei großen Rating-Agenturen bewerten Paraguay bereits mit Investment Grade: Moody's mit Baa3 und S&P mit BBB-. Fitch wäre mit einer Heraufstufung die dritte, womit Paraguay bei allen großen Agenturen im Investment-Grade-Bereich läge, ein in der Region seltener Status. Erst kürzlich hatte Moody's das Rating bestätigt. Für 2026 erwartet das MEF 4,5 Prozent Wachstum, die BCP-Umfrage 4,3 Prozent, getragen von einer Rekord-Agrarproduktion; die Zentralbank hält den Leitzins bei 5,50 Prozent und sieht die Inflation bei rund 3,3 Prozent.
Was die Fitch-Prüfung für Auswanderer und Unternehmer bedeutet
Ein Rating-Termin ändert für niemanden direkt die Steuerlast oder den Residenzprozess. Als Standortsignal ist er aber aussagekräftig: Ein besseres Rating senkt die Finanzierungskosten des Staates, zieht Kapital an und steht für planbare, stabile Rahmenbedingungen, genau das, was eine Firmengründung in Paraguay attraktiv macht. Was den Standort darüber hinaus auszeichnet, fasst der Leitfaden für Unternehmer zusammen. Am steuerlichen Kern ändert das Rating nichts: Echte Auslandseinkünfte bleiben in Paraguay über das Territorialprinzip unbesteuert; was Deutschland weiter besteuert, etwa Renten oder Mieten aus deutschen Quellen, richtet sich nach deutschem Recht. Ein Rating ersetzt keine saubere eigene Planung: Eine Residenz allein macht niemanden steuerfrei.
Hinweis: Die Meldung zur Fitch-Prüfung ordnet Ratingnachrichten ein und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Ratings, Ausblicke und Konjunkturprognosen können sich ändern; die Fitch-Entscheidung stand bei Redaktionsschluss noch aus.
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Über den Autor
Yannick Schroth
Gründer · Einwanderungshelfer für Paraguay
Begleitet mit seinem Team vor Ort in Asunción deutschsprachige Einwanderer auf dem Weg zu Residenz, Cedula und Firmengründung in Paraguay.






